Eigentlich sollte es am vergangenen Freitagabend nur um Pachtverträge gehen. Um fehlende Daten, neue Rechnungen und die Frage, wie es nach dem Austritt des Kleingartenvereins Taubenbreite e.V. aus dem Regionalverband der Gartenfreunde Quedlinburg e.V. weitergeht. Eigentlich. Was sich am 21. August im Quedlinburger Kaiserhof entwickelte, hatte jedoch zeitweise erstaunlich wenig mit Quadratmetern, Pachtzinsen oder Verwaltungsfragen zu tun. Stattdessen rückten Personen, alte Konflikte und die junge Vereinsvorsitzende immer stärker in den Mittelpunkt. Und irgendwann stellte sich tatsächlich die Frage: Informationsveranstaltung oder Abrechnung?

Kaiserhof Quedlinburg – Ein ungewöhnlicher Veranstaltungsort
Schon der Ort fiel auf. Der Regionalverband hatte seine Pächter nicht wie bei vielen anderen Verbandsveranstaltungen in einen der sonst genutzten Tagungsräume eingeladen, sondern in den Kaiserhof in Quedlinburg. Warum gerade dort? Das wissen wir nicht. Auffällig war die Wahl dennoch. Zumal sich unter den besonders kritischen Mitgliedern der Taubenbreite auch Personen befinden, die Verbindungen zum Kaiserhof haben. Ob dies bei der Auswahl des Veranstaltungsortes eine Rolle spielte, können wir nicht belegen und wollen darüber auch nicht spekulieren. Fest steht lediglich: Der Regionalverband hatte eingeladen. Und zwar zu einer Veranstaltung, die bereits im Vorfeld für einigen Wirbel gesorgt hatte.
*Nach Rückmeldungen aus dem Umfeld des Kaiserhofs stellen wir ausdrücklich noch einmal klar: Uns liegen keine Hinweise darauf vor, dass Mitglieder des Kaiserhofvereins oder des dort ansässigen Karnevalsvereins die Veranstaltung organisiert, finanziert oder den Regionalverband hierzu eingeladen haben. Veranstalter war der Regionalverband selbst.*1
Klebeband statt Briefkasten
Die Einladung erreichte die Pächter nämlich nicht nur auf dem normalen Postweg. Der Regionalverband ließ das Schreiben im Vorfeld mehrfach an den Eingangstoren der Kleingartenanlage Taubenbreite anbringen. Mit breitem Klebeband.
Die Pächter wurden darin zu einer Informationsveranstaltung am 21. August 2026 um 18 Uhr eingeladen. Bereits ab 17 Uhr sollten sie erscheinen und ihre Kleingartenpachtverträge mitbringen. Der Grund war durchaus interessant. Der Regionalverband erklärte selbst, dass ihm die Pächterunterlagen weiterhin nur unvollständig vorliegen und deshalb bislang keine ordnungsgemäße Rechnung für Pacht und Nebenkosten 2026 ausgestellt werden konnte.
Mit anderen Worten: Seit dem 1. Januar beansprucht der Regionalverband die alleinige Zuständigkeit für die Verwaltung der Pachtverhältnisse in der Taubenbreite – mehr als sieben Monate später fehlen jedoch noch immer wesentliche Informationen über die von ihm zu verwaltenden Gärten. Das sollte an diesem Abend offenbar geändert werden.
Erst einmal: Pachtvertrag vorzeigen
Wer bereits ab 17 Uhr erschien, sollte seinen Pachtvertrag vorlegen, damit die beim Regionalverband vorhandenen Angaben überprüft beziehungsweise ergänzt werden konnten. Nach Schilderungen aus dem Teilnehmerkreis wurden einzelne Pachtverträge dabei auch fotografiert. Besonders interessant: Die Aufnahmen wurden in zumindest einem uns bekannten Fall von einer Person angefertigt, deren Stellung innerhalb des Regionalverbandes ohnehin Fragen aufwirft. Es handelt sich um den Vereinsvorsitzenden der Kleingartenanlage Frohnbreite in Neinstedt. Warum das bemerkenswert ist, dazu später noch mehr.
Denn zunächst begann gegen 18 Uhr die eigentliche Veranstaltung. Rund 20 Personen fanden nach unseren Beobachtungen den Weg in den Kaiserhof. Gemessen an der Größe der Anlage war die Beteiligung überschaubar. Auffällig war allerdings die Zusammensetzung. Unter den Teilnehmern befanden sich überwiegend Mitglieder jener Gruppe, die seit geraumer Zeit besonders laut Kritik an der Vereinsführung der Taubenbreite äußert. Kritik ist selbstverständlich erlaubt. Und einige der angesprochenen Fragen – etwa nach Transparenz, Entscheidungswegen innerhalb eines lediglich dreiköpfigen Vorstandes oder einer besseren Kommunikation mit den Mitgliedern – verdienen durchaus eine sachliche Diskussion. Die Frage ist nur: War eine Veranstaltung des Regionalverbandes über Pachtangelegenheiten dafür der richtige Ort?
Vier Vorstandsmitglieder – und ein „Kooptierter“
Der Regionalverband war an diesem Abend personell durchaus prominent vertreten. Vor Ort waren unter anderem: Der Verbandsvorsitzende, sein Stellvertreter, der Schatzmeister sowie die Verbandsfachberaterin. Hinzu kam der bereits erwähnte Vorsitzende des Kleingartenvereins Frohnbreite aus Neinstedt. Und dessen Stellung innerhalb des Regionalverbandes ist bemerkenswert. Nach der Satzung besteht der Vorstand des Regionalverbandes aus fünf regulären Vorstandspositionen. Ein sechstes Vorstandsamt kennt die Satzung nicht.
In einem Protokoll der Mitgliederversammlung aus dem Jahr 2024 findet sich allerdings eine besondere Konstruktion. Der Neinstedter Vereinsvorsitzende wurde damals „bis zur nächsten Wahl kooptiert/aufgenommen“. Das klingt zunächst nach Vorstand. Der nächste Satz ist allerdings wesentlich interessanter: Er sollte an Vorstandssitzungen ausdrücklich ohne Stimm- und Handlungsrecht teilnehmen.
Eine Kooptation bedeutet grundsätzlich, dass ein bestehendes Gremium eine weitere Person hinzuzieht beziehungsweise sich selbst ergänzt. Ob daraus tatsächlich ein vollwertiges Vorstandsamt entsteht, hängt jedoch maßgeblich von der jeweiligen Satzung und den eingeräumten Befugnissen ab. Und genau deshalb stellt sich nach diesem Abend eine durchaus berechtigte Frage: Welche konkrete Funktion und welche Befugnisse hatte der „Kooptierte“ eigentlich bei dieser Veranstaltung? Denn bloß still in einer Ecke sitzen sollte er an diesem Abend nicht. Er fotografierte nach Angaben von Teilnehmern Pachtverträge und damit personenbezogene Vertragsunterlagen. Und er nahm später sehr ausführlich das Wort.
Wenn aus Pacht plötzlich Personen werden
Die eigentliche Informationsveranstaltung dauerte ungefähr eine Stunde. Dabei ging es durchaus um Sachfragen. Warum kann der Regionalverband bis heute keine vollständige Pachtabrechnung erstellen? Welche Informationen fehlen? Wie sollen Leerstände behandelt werden? Wer kümmert sich künftig um Gemeinschaftsflächen? Wie funktioniert die Neuvergabe von Gärten? Doch immer wieder verlagerte sich die Diskussion. Weg von Pachtverträgen. Hin zu Personen. Besonders die junge Vereinsvorsitzende der Taubenbreite wurde nach Schilderungen aus dem Teilnehmerkreis wiederholt zum Gegenstand der Diskussion. Der Tenor soll dabei teilweise erstaunlich eindeutig gewesen sein: Die Probleme seien im Wesentlichen ihre Schuld. Auch die IGG Quedlinburg und der Autor dieser Seite wurden zum Thema.
Der kooptiert eingebundene Neinstedter Vereinsvorsitzende nahm sich nach Angaben mehrerer Teilnehmer erheblich Zeit, um über seine persönliche Vorgeschichte mit dem Autor dieser Seite zu sprechen. Von angeblichen Versuchen, ihn auf die eigene Seite zu ziehen, soll dabei ebenso die Rede gewesen sein wie von einer vermeintlichen Gehirnwäsche gegenüber der Vorsitzenden der Taubenbreite. Spätestens an dieser Stelle dürfte sich mancher gefragt haben, was dies eigentlich noch mit der angekündigten Klärung von Pachtangelegenheiten zu tun hatte. Besonders kurios wurde es, als im Raum darüber gesprochen wurde, dass sich der Autor von IGG Quedlinburg vor dem Gebäude aufhalte. Offenbar reichte bereits diese Anwesenheit für Spekulationen. Nach Schilderungen von Teilnehmern wurde sogar darüber gesprochen, ob die Veranstaltung möglicherweise von draußen abgehört oder aufgezeichnet werde und später im Internet erscheinen könnte. Nein. Wir saßen tatsächlich draußen und beobachteten das Geschehen. Mehr allerdings auch nicht.
Wir haben keinen Schlüssel
Sachlich besonders interessant wurde es bei der Frage, warum der Regionalverband die fehlenden Informationen nicht einfach selbst erhebt. Schließlich beansprucht er seit dem Jahresbeginn die alleinige Verwaltung. Nach Angaben aus dem Teilnehmerkreis wurde darauf unter anderem erklärt, der Regionalverband verfüge über keinen Schlüssel für die Anlage. Außerdem arbeiteten die Verantwortlichen ehrenamtlich und könnten nicht zusätzlich am Freitagnachmittag oder am Samstag durch die Anlage laufen und sämtliche Flächen und Gärten erfassen. Das muss man einen Moment wirken lassen. Jahrelang erledigte genau diese Arbeit der örtliche Verein. Ehrenamtlich. Nach dem Austritt wurde dessen bisherige Verwaltung beendet beziehungsweise ihre weitere Berechtigung bestritten. Nun fehlen dem Regionalverband die notwendigen Informationen – und für ihre eigene Erhebung fehlt offenbar die Zeit.
Allein zuständig – aber ohne Schlüssel, ohne vollständige Daten und ohne Zeit für die Erhebung vor Ort? Genau hier zeigt sich eines der grundsätzlichen Probleme der gegenwärtigen Konstruktion.
Streitfrage: Leerstehende Gärten
Auch die Nutzung leerstehender Parzellen wurde angesprochen. Nach Darstellung des Regionalverbandes habe in einem leeren Garten grundsätzlich niemand etwas zu suchen. Als Begründung wurden unter anderem versicherungstechnische Fragen genannt. Das wirft wiederum ganz praktische Fragen auf. Wer pflegt diese Flächen? Wer verhindert Verwilderung? Wer mäht? Wer kontrolliert vorhandene Einrichtungen? Und wie soll Gemeinschaftsarbeit funktionieren, wenn der örtliche Verein leerstehende Parzellen nicht betreten soll? Gerade in einer Kleingartenanlage lässt sich Verwaltung eben nicht ausschließlich vom Schreibtisch aus erledigen.
Kein Versicherungsschutz mehr?
Im Laufe der Veranstaltung wurde nach Angaben von Teilnehmern außerdem darauf verwiesen, dass die Gartenfreunde der Taubenbreite nach dem Austritt aus dem Regionalverband nicht mehr über dessen Versicherungen abgesichert seien. Richtig ist: Über den Regionalverband bestanden bislang unter anderem eine Gruppenunfall- und eine Gruppenhaftpflichtversicherung. Mit dem Ende der Mitgliedschaft entfällt grundsätzlich auch die Teilnahme an diesen Gruppenverträgen.
Daraus folgt allerdings nicht, dass Gartenfreunde bei jeder Tätigkeit plötzlich völlig ohne Absicherung dastehen. Gerade die klassische Gemeinschaftsarbeit ist häufig Teil der mitgliedschaftlichen Pflichten eines Kleingartenvereins. Kommt es dabei zu einer Verletzung, erfolgt die medizinische Behandlung grundsätzlich über die persönliche Krankenversicherung. Eine Gruppenunfallversicherung bietet darüberhinausgehende Leistungen und kann selbstverständlich sinnvoll sein – sie ist aber nicht mit der grundlegenden medizinischen Versorgung nach einem Unfall gleichzusetzen.
Darüber hinaus können Vereine bestimmte ehrenamtlich Tätige auch unabhängig von einem Regionalverband zusätzlich absichern. Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft bietet beispielsweise für gewählte oder beauftragte Ehrenamtsträger gemeinnütziger Organisationen freiwilligen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz an. Die sachliche Information wäre also gewesen: Bestimmte Gruppenversicherungen des Regionalverbandes entfallen. Die pauschale Botschaft, die Gartenfreunde seien anschließend schlicht „nicht mehr versichert“, vermittelt dagegen ein erheblich dramatischeres Bild.
Ist der Landesverband wirklich teurer?
Auch der Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt e.V. bekam an diesem Abend sein Fett weg. Nach Schilderungen von Teilnehmern wurde sinngemäß behauptet, dieser sei sogar teurer als der Regionalverband.
Ein Blick in die eigene Geschichte des Regionalverbandes macht diese heutige Abwertung allerdings bemerkenswert. Über viele Jahre war der Landesverband ein fester Bestandteil der Verbandsarbeit. Es gab gemeinsame Schulungen, Fachberatungen, Rechtsschulungen und Erfahrungsaustausch. Der damalige Quedlinburger Regionalverbandsvorsitzende wurde 2013 sogar selbst in das Präsidium des Landesverbandes gewählt; zugleich bedankte sich der Regionalverband öffentlich für dessen „effektive Unterstützung“.
Auch in den Folgejahren wurden regelmäßig Fachberater, Wertermittler, Schatzmeister und Vereinsvorsitzende geschult. Noch 2017 wurde Weiterbildung ausdrücklich als wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit hervorgehoben. Seit dem Austritt Ende 2023 hat sich der Ton gegenüber dem früheren Dachverband deutlich verändert. Das darf natürlich so sein. Interessant bleibt aber die Frage, wie die aktuelle Verbandsführung heute ihre eigene fachliche Weiterbildung organisiert.
Und auch bei den Kosten lohnt sich ein genauer Blick: Der Regionalverband verlangte zuletzt 10 Euro je Parzelle als Mitgliedsbeitrag – unabhängig davon, ob sie verpachtet war – zuzüglich des Rückbaucents von einem Cent je Quadratmeter Anlagenfläche. Beim Landesverband beträgt der Beitrag derzeit 7 Euro je tatsächlich verpachteter Parzelle. Pauschal „teurer“ ist deshalb zumindest erklärungsbedürftig. Aus einem langjährigen Partner wird eben nicht automatisch eine schlechte Organisation, nur weil man sich irgendwann mit ihm zerstritten hat.
Einen Tag vor 100 Jahren Taubenbreite
Und dann war da noch der Termin. Die Veranstaltung fand am Freitagabend, dem 21. August, statt. Nur wenige Stunden später sollte in der Taubenbreite etwas stattfinden, das eigentlich Anlass zur Freude gegeben hätte: 100 Jahre Kleingartenverein Taubenbreite e.V.
Seit Wochen liefen die Vorbereitungen. Hüpfburg, Alpakas, Informationsstände, Gartenflohmarkt, Technik, Getränke, Grill, Musik und am Abend eine große Feuershow. Wer schon einmal ein größeres Vereinsfest organisiert hat, weiß: Gerade am Vorabend ist am meisten zu tun. Alle Gartenfreunde sollten mit anpacken.
Ob der Regionalverband seinen Termin bewusst unmittelbar vor das Jubiläum legte, können und wollen wir nicht behaupten. Geschickt gewählt war er jedenfalls nicht. Noch trauriger wurde es allerdings durch eine andere Episode. Nach Schilderungen aus dem Teilnehmerkreis soll während der Veranstaltung tatsächlich die Frage gestellt worden sein, ob man das Jubiläumsfest nicht verbieten lassen könne. Ein Fest zum 100-jährigen Bestehen des eigenen Vereins. Das muss man sich ebenfalls erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Samstag: Das andere Gesicht der Taubenbreite
Am nächsten Tag zeigte sich dann ein vollkommen anderes Bild. In einer zuvor leerstehenden Parzelle wurde gefeiert. Kinder spielten. Besucher gingen durch die Anlage. Gartenfreunde kamen miteinander ins Gespräch. Informationsstände boten Fachwissen. Es wurde gegessen, getrunken und gelacht. Und am Abend verfolgten zahlreiche Gäste gemeinsam die Feuershow.

Auffällig war allerdings auch: Von jener kleinen Gruppe, die am Abend zuvor besonders engagiert Kritik an der Vereinsführung geäußert hatte, war beim Jubiläumsfest nach Beobachtung der Organisatoren praktisch niemand zu sehen. Selbstverständlich ist niemand verpflichtet, ein Vereinsfest zu besuchen. Doch wenn ausgerechnet jene Mitglieder fernbleiben, die sich tags zuvor besonders intensiv mit den angeblichen Problemen ihres Vereins beschäftigt haben, hinterlässt das zumindest einen bemerkenswerten Eindruck.
Denn Kritik an einem Vorstand ist legitim. Kritik darf laut sein. Ein Vorstand muss sich auch unangenehmen Fragen stellen. Und selbstverständlich kann auch eine junge Vereinsvorsitzende Fehler machen. Aber wenn die Ablehnung einzelner Personen irgendwann so weit reicht, dass selbst ein 100-jähriges Vereinsjubiläum zum Gegenstand des Konfliktes wird und offenbar sogar Überlegungen angestellt werden, ob dieses verhindert werden könnte, sollte vielleicht nicht nur die Vereinsführung darüber nachdenken, was innerhalb des Vereins gerade schiefläuft.
Kritik gehört in den Verein
Auch innerhalb der Taubenbreite gibt es offene Konflikte. Ein Teil der Mitglieder wirft der Vereinsführung mangelnde Transparenz vor. Entscheidungen würden nicht ausreichend kommuniziert, Informationen teilweise zu spät weitergegeben und innerhalb des nur dreiköpfigen Vorstandes gebe es unterschiedliche Auffassungen. Solche Vorwürfe dürfen und müssen diskutiert werden. Dafür gibt es Mitgliederversammlungen. Dafür gibt es Anträge. Dafür gibt es Wahlen. Und selbstverständlich können Mitglieder auch einen Vorstand abwählen, wenn eine entsprechende Mehrheit dies möchte. Genau das ist Vereinsdemokratie.
Die Frage ist allerdings, welche Rolle ein außenstehender Regionalverband dabei spielen sollte. Eine Veranstaltung über Pachtverträge sollte eigentlich dazu dienen, Pächter über ihre Rechte, Pflichten, Kosten und die zukünftige Verwaltung zu informieren. Sie sollte nicht dazu dienen, bestehende innervereinsliche Konflikte weiter anzuheizen.
Wer wollte hier eigentlich wen informieren?
Am Ende bleiben deshalb viele Fragen. Der Regionalverband wollte nach eigener Darstellung über Pachtangelegenheiten informieren und fehlende Unterlagen beschaffen. Das ist grundsätzlich nachvollziehbar. Doch dafür hätte vermutlich auch eine sachliche Veranstaltung über Pacht, Verwaltung, Kosten und zukünftige Abläufe gereicht. Stattdessen wurde nach Schilderungen von Teilnehmern über erhebliche Teile der Veranstaltung über die Vereinsvorsitzende, interne Konflikte und sogar über Personen gesprochen, die überhaupt nicht im Raum saßen. Eine kleine, aber lautstarke oppositionelle Gruppe innerhalb des Vereins erhielt dabei offensichtlich viel Raum. Und aus einer Veranstaltung über Pachtverträge wurde zumindest zeitweise etwas ganz anderes.
Deshalb bleibt nach diesem Abend die Frage aus unserer Überschrift bestehen: Informationsveranstaltung oder Abrechnung? Vielleicht war es von beidem etwas. Für eine Befriedung der Situation innerhalb der Kleingartenanlage Taubenbreite dürfte dieser Abend jedenfalls kaum gesorgt haben. Und vielleicht wäre genau das mittlerweile die Aufgabe, auf die sich alle Beteiligten wieder konzentrieren sollten: Nicht gegeneinander arbeiten – sondern dafür sorgen, dass es auch in weiteren 100 Jahren noch eine Taubenbreite gibt.
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Ergänzung nach Veröffentlichung am 24.08.2026 22:00 Uhr








